Samstag, 8. September 2007

Hilfe: Mein linkes Bein wiegt 3 Kilo mehr als mein rechtes...

...falls jemand eine Selbsthilfegruppe zu diesem Thema kennt, möge er/sie sich doch bitte mit mir in Verbindung setzen :-)

Nun ja, jetzt habe ich also diesen Gips an meinem linken Bein, der vor allem ziemlich schwer ist. Das ganze bringt jedoch auch den Vorteil mit sich, dass ich jetzt ohne meine Krücken laufen kann, was mein Leben hier entscheidend vereinfacht. Meine Mitbewohner haben zumindest schon entscheidend dazu beigetragen, meinen Gips mit Unterschriften und kleinen Bildern aufzumotzen. Und Pato (mein Vermieter) hatte dann spontan die Idee meinen Gips als kostenlose Werbefläche für seine freistehenden Zimmer zu nutzen…ich konnte aber schlimmeres verhindern…

Kommende Woche kann ich also wieder an die Uni, sofern die Studenten der Santa Maria denn ihren Streik beendet haben sollten. Derzeit streiken die „Sansanos“ (so werden die Studenten der Santa Maria hier genannt) nämlich wegen überteuerten Studiengebühren. Wegen meines Gipses habe ich in den vergangenen Tagen nicht allzu viel machen können. Im Moment nutze ich die kleine Verschnaufpause, um für die Uni ein paar Sachen zu lesen, fleißig neue Spanisch-Vokabeln zu lernen, ein bisschen in Sachen BA-Arbeit zu machen und mich von Roberto bekochen zu lassen J

Apropos kochen: Heute habe ich Roberto leichtsinnigerweise vorgeschlagen mal zur Abwechslung für ihn zu kochen. Das war jetzt aber eher ironisch gemeint. Blöd für mich, dass der Gute das „Angebot“ für voll genommen hat…Ja, jetzt muss ich wohl oder übel kochen. Wenn also jemand ein Gericht kennt, das auch Leute zubereiten können, die sich für gewöhnlich in der Küche zum Volldeppen machen, dann immer her damit J

In einer Woche wird mir der Gips dann wieder abgenommen, pünktlich zu den Unabhängigkeitfeiern. Das trifft sich ganz gut, dann kann ich in der Woche feiertechnisch all das nachholen, was ich jetzt aufgrund des blöden Knöchels verpasst habe…

Bis zum nächsten Eintrag: Alles Gute!

Dienstag, 4. September 2007

Quieres ir a un asado??? SIPO!!!

Fester Bestandteil der chilenischen Kultur ist der ASADO. Ein asado ist ein Grillfest mit Fleisch, Fleisch, Fleisch und jeder Menge Bier. Hier in Valpo habe ich schon den ein oder anderen Asado hinter mich gebracht und jedes Mal war es entzückend...
Gestern (also Montag) gabs dann wieder einen Asado: Einer unser Profs lud höflichst ein. Und so sind wir dann rauf aufs Land gefahren in ein Dorf, dessen Namen ich bereits wieder vergessen habe, dass aber irgendwo zwischen Valpo und Santiago liegen müsste. Das ganze war schon etwas verrückt, denn erstmal musste ich mit meinen f**** Krücken zur Uni kommen und dann die 111 (!!!) Stufen zur Uni hoch (wobei mich da ein netter Chilene begleitet hat und mir "ayuda verbal" geleistet hat, weil er anscheinend gerade sonst nichts zu tun hatte). Oben an der Uni hat dann ein Micro-Bus auf uns gewartet und mit zwei anderen Studenten der Santa Maria gings dann los.
In jenem Dorf angekommen haben dann ungefähr 25 Studenten aus Santiago auf uns gewartet und nach nem kurzen Workshop gings dann zum Prof grillen. Ja, das war seeehr nett: lauter neue, nette Studenten aus Santiago, die uns ne Menge über Santiago erzählen konnten. Außerdem, war da auch ein Student, Ignazio, der irgendwie Wurzeln in Deutschland hat und ständig irgendwelche Sätze auf deutsch rausgehauen hat (Du hast da FLEISCH IM BROT).
Heute muss ich dann noch mal ins Krankenhaus, wegen des Knöchels und ich hoffe mal, dass ich schnell wieder fit bin. In knapp zwei Wochen feiert Chile nämlich seine Unabhängigkeit und zwar eine Woche lang, was im Klartext bedeutet, dass hier sieben Tage lang überall gefeiert wird.

Sonntag, 2. September 2007

Ich bin eine echt miese Bloggerin!

Nachdem Daniel mich in seinem Blog ganz dezent darauf aufmerksam gemacht hat, dass ich meinen eigenen Blog in den vergangen Wochen leicht vernachlässigt habe, fühle ich mich jetzt verpflichtet mal ein bisschen upzudaten. Also was ist den vergangenen zwei Wochen so alles passiert? Ne ganze Menge!

Aber eines nach dem anderen. Ich fang mal mit der Uni an. Die Universidad Tecnica Federico Santa Maria ist ganz genauso, wie man sich eine alt-ehrwürdige Uni so vorstellt: Alte, wunderschöne Gebäude, hohe Hallen, jede Menge Studenten die gerade auf dem Weg zur nächsten Veranstaltung sind oder mit Freunden im Gras sitzen...Die Uni hier ist absolut kein Vergleich zu Flensburg: alles ist größer, es gibt unglaublich viele Studenten [vor allem männliche :-)], für die Studenten gibt es sogar einen Pool und immer ist irgendwo was los! An der Uni fühle ich mich definitiv sehr wohl. Die Studenten nehmen ihr Studium ziemlich ernst, vor allem an der Santa Maria, da die Uni zu den besten des Landes zählt. Das allerdings sollte man nicht überbewerten: Wir sind ja in Chile!

Nun zu Valpo! Die Stadt zählt nach Santiago (6 Mio. Einwohner) und mit Concepción zu den größten des Landes. In Valpo ist immer irgendwie irgendwo was los. Es gibt hier viele Parkanlagen in denen sich Pantomime und andere Künstler, viele Pärchen und sonstige Leute tummeln. Auf den Straßen herrscht ein unglaubliches "Rumgetreibe" und der Verkehr ist hier sehr rasant und - nach meinem Verständnis - unglaublich chaotisch. Es macht unglaublich viel Spass sich einfach in dieses Getümmel zu stürzen und ich komme aus dem Staunen kaum noch raus.
Sobald man den "Plan" (die turbulenten Einkaufsstraßen) verlässt und mit den Ascensores hoch in die Cerros fährt, lernt man Valpo von seiner anderen Seite kennen. Hier oben im Cerro Alegre (wo ich wohne), Cerro Concepción, Cerro Bellavista gibt es kleine verwinkelte Straßen, gemütliche Straßencafés, verträumte Ecken, unglaublich viele Stufen und Treppen und natürlich die für Valpo typischen Graffiti! Außerdem hat man eine atemraubende Sicht auf den Pazifik! Mich erinnern die Cerros ein wenig an den Montmatre in Paris: die Atmosphäre hier ist zumindest genauso: entspannt, verträumt, ruhig.

In der vergangen Woche habe ich hauptsächlich den Plan und die Cerros entdeckt. Außerdem waren wir in Vina, dem Schicki-Micki-Stadtteil von Valpo. Hier ist alles anders: Es gibt Strandpromenaden, eine riesige Mall, ein Casino....Vina gefällt mir genauso gut wie Valpo, ist aber eben totales Kontrastprogramm. Außerdem war ich in Renacca, da gibt es vor allem: Strand, Wellen und Restaurants die so gepfefferte Preise haben, dass ich sie mir nicht leisten kann...Aber ist ansonsten auch ein netter Ort.
Außerdem waren Imke und ich in dem Park Quinta Vergana, der in Vina liegt. Eigentlich dachten wir, dass das wieder so ein kleiner Park ist, wie wir sie schon mehr oder weniger von Vina und Valpo gewohnt sind. Aber nein! Das ganze ist ein riesiges Areal und wir haben uns in die Tiefen dieses kleinen Urwaldes vorgewagt und plötzlich fanden wir uns auf unbefestigten, verschlungenen Wegen wieder und sind eben einfach drauf los marschiert. Ich fand es einfach unglaublich: Von der Stadt hat man weder was gehört noch gesehen, wir waren total isoliert.

Außerdem habe ich hier einen netten Chilenen namens Roberto kennengelernt, der mir (sobald ich wieder laufen kann, nochmal die Stadt zeigt und so. Außedem habe ich seine Familie kennengelernt, was auch sehr lustig ist, da das Leben in einer chilenischen Familie sich doch leicht von dem unterscheidet, was ich so von Deutschland gewohnt bin. Na ja, und in Roberto habe ich dann auch direkt jemanden gefunden, der meine diversen Sprachfehler verbessert ;-)

Nach unserem Trip in den Park hat mich dann ganz spontan die "Entdeckungslust" gepackt und am liebsten hätte ich mich in den nächsten Bus gesetzt und wär einfach irgendwo hin gefahren! Daraufhin haben Imke und ich uns dann fürs Wochende vorgenommen nach Santiago zu fahren und dort für 4 Tage zu bleiben, was auch ganz praktisch ist, da wir am kommenden Montag eh ne Vorlesung in Santiago haben.

Daraus ist dann dummerweise nichts geworden, weil ich mir auf dem Weg zur Uni vor zwei Tagen just den Knöchel verstaucht habe, jetzt mit Krücken durch die Gegend stolper und noch dazu vom Arzt 2 Wochen (!!!!) Bettruhe verordnet bekommen habe. Na ja, das nervt jetzt wirklich. Aber am Dienstag gehts noch mal zum Spezialisten und dann wollen wir doch mal sehen, ob ich nicht noch anders aus der Nummer rauskomme. Juan (mein verrückter, lustiger, gut singender chilenischer Mitbewohner) und Imke kümmern sich aber ganz lieb um mich. Gestern hat Juan dann auch für uns gekocht. Die Männer hier können übrigens allesamt sehr gut kochen, das trifft auch auf Roberto zu. Und so wie´s aussiet bekochen die hier ganz gerne deutsche Austauschstudentinnen. Was für ein Glück für mich: da kann ich dann auch mal was anderes essen, als Pizza aus dem Tiefkühlfach :-)

Ein gutes hat mein verletzter Knöchel dann aber doch: Endlich komme ich dazu meinen Lonely Planet ausführlich zu studieren. Gestern und vorgestern habe ich dann eben auch viel darin gelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich in fünf Monaten niemals schaffen kann, was ich mir so alles vorgenommen habe, ahhhhhh.


In der ersten Woche haben wir übrigens auch die anderen Austauschstudenten kennengelernt: Allesamt sehr nett. Außerdem waren wir im Huevo: die erste Adresse in Valpo, wenn´s hier um carrete (FIESTA!!!) geht. Das Huevo ist eine ziemlich große Disco, mit fünft Etagen (wenn ich richtig gezählt habe). Die Musik ist laut, die Bierflaschen groß und die Leute sind gut drauf. Im Allgemeinen sind die Chilenen schon ein recht feierfreudiges Völkchen :-)

So, jetzt fällt mir nichts mehr ein. Meine Glückwünsche an alle, die diesen Eintrag bis zum Ende gelesen haben!
Bis zum nächsten Eintrag wünsche ich meinen geneigten Lesern alles Gute!