Nachdem Daniel mich in seinem Blog ganz dezent darauf aufmerksam gemacht hat, dass ich meinen eigenen Blog in den vergangen Wochen leicht vernachlässigt habe, fühle ich mich jetzt verpflichtet mal ein bisschen upzudaten. Also was ist den vergangenen zwei Wochen so alles passiert? Ne ganze Menge!
Aber eines nach dem anderen. Ich fang mal mit der Uni an. Die Universidad Tecnica Federico Santa Maria ist ganz genauso, wie man sich eine alt-ehrwürdige Uni so vorstellt: Alte, wunderschöne Gebäude, hohe Hallen, jede Menge Studenten die gerade auf dem Weg zur nächsten Veranstaltung sind oder mit Freunden im Gras sitzen...Die Uni hier ist absolut kein Vergleich zu Flensburg: alles ist größer, es gibt unglaublich viele Studenten [vor allem männliche :-)], für die Studenten gibt es sogar einen Pool und immer ist irgendwo was los! An der Uni fühle ich mich definitiv sehr wohl. Die Studenten nehmen ihr Studium ziemlich ernst, vor allem an der Santa Maria, da die Uni zu den besten des Landes zählt. Das allerdings sollte man nicht überbewerten: Wir sind ja in Chile!
Nun zu Valpo! Die Stadt zählt nach Santiago (6 Mio. Einwohner) und mit Concepción zu den größten des Landes. In Valpo ist immer irgendwie irgendwo was los. Es gibt hier viele Parkanlagen in denen sich Pantomime und andere Künstler, viele Pärchen und sonstige Leute tummeln. Auf den Straßen herrscht ein unglaubliches "Rumgetreibe" und der Verkehr ist hier sehr rasant und - nach meinem Verständnis - unglaublich chaotisch. Es macht unglaublich viel Spass sich einfach in dieses Getümmel zu stürzen und ich komme aus dem Staunen kaum noch raus.
Sobald man den "Plan" (die turbulenten Einkaufsstraßen) verlässt und mit den Ascensores hoch in die Cerros fährt, lernt man Valpo von seiner anderen Seite kennen. Hier oben im Cerro Alegre (wo ich wohne), Cerro Concepción, Cerro Bellavista gibt es kleine verwinkelte Straßen, gemütliche Straßencafés, verträumte Ecken, unglaublich viele Stufen und Treppen und natürlich die für Valpo typischen Graffiti! Außerdem hat man eine atemraubende Sicht auf den Pazifik! Mich erinnern die Cerros ein wenig an den Montmatre in Paris: die Atmosphäre hier ist zumindest genauso: entspannt, verträumt, ruhig.
In der vergangen Woche habe ich hauptsächlich den Plan und die Cerros entdeckt. Außerdem waren wir in Vina, dem Schicki-Micki-Stadtteil von Valpo. Hier ist alles anders: Es gibt Strandpromenaden, eine riesige Mall, ein Casino....Vina gefällt mir genauso gut wie Valpo, ist aber eben totales Kontrastprogramm. Außerdem war ich in Renacca, da gibt es vor allem: Strand, Wellen und Restaurants die so gepfefferte Preise haben, dass ich sie mir nicht leisten kann...Aber ist ansonsten auch ein netter Ort.
Außerdem waren Imke und ich in dem Park Quinta Vergana, der in Vina liegt. Eigentlich dachten wir, dass das wieder so ein kleiner Park ist, wie wir sie schon mehr oder weniger von Vina und Valpo gewohnt sind. Aber nein! Das ganze ist ein riesiges Areal und wir haben uns in die Tiefen dieses kleinen Urwaldes vorgewagt und plötzlich fanden wir uns auf unbefestigten, verschlungenen Wegen wieder und sind eben einfach drauf los marschiert. Ich fand es einfach unglaublich: Von der Stadt hat man weder was gehört noch gesehen, wir waren total isoliert.
Außerdem habe ich hier einen netten Chilenen namens Roberto kennengelernt, der mir (sobald ich wieder laufen kann, nochmal die Stadt zeigt und so. Außedem habe ich seine Familie kennengelernt, was auch sehr lustig ist, da das Leben in einer chilenischen Familie sich doch leicht von dem unterscheidet, was ich so von Deutschland gewohnt bin. Na ja, und in Roberto habe ich dann auch direkt jemanden gefunden, der meine diversen Sprachfehler verbessert ;-)
Nach unserem Trip in den Park hat mich dann ganz spontan die "Entdeckungslust" gepackt und am liebsten hätte ich mich in den nächsten Bus gesetzt und wär einfach irgendwo hin gefahren! Daraufhin haben Imke und ich uns dann fürs Wochende vorgenommen nach Santiago zu fahren und dort für 4 Tage zu bleiben, was auch ganz praktisch ist, da wir am kommenden Montag eh ne Vorlesung in Santiago haben.
Daraus ist dann dummerweise nichts geworden, weil ich mir auf dem Weg zur Uni vor zwei Tagen just den Knöchel verstaucht habe, jetzt mit Krücken durch die Gegend stolper und noch dazu vom Arzt 2 Wochen (!!!!) Bettruhe verordnet bekommen habe. Na ja, das nervt jetzt wirklich. Aber am Dienstag gehts noch mal zum Spezialisten und dann wollen wir doch mal sehen, ob ich nicht noch anders aus der Nummer rauskomme. Juan (mein verrückter, lustiger, gut singender chilenischer Mitbewohner) und Imke kümmern sich aber ganz lieb um mich. Gestern hat Juan dann auch für uns gekocht. Die Männer hier können übrigens allesamt sehr gut kochen, das trifft auch auf Roberto zu. Und so wie´s aussiet bekochen die hier ganz gerne deutsche Austauschstudentinnen. Was für ein Glück für mich: da kann ich dann auch mal was anderes essen, als Pizza aus dem Tiefkühlfach :-)
Ein gutes hat mein verletzter Knöchel dann aber doch: Endlich komme ich dazu meinen Lonely Planet ausführlich zu studieren. Gestern und vorgestern habe ich dann eben auch viel darin gelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich in fünf Monaten niemals schaffen kann, was ich mir so alles vorgenommen habe, ahhhhhh.
In der ersten Woche haben wir übrigens auch die anderen Austauschstudenten kennengelernt: Allesamt sehr nett. Außerdem waren wir im Huevo: die erste Adresse in Valpo, wenn´s hier um carrete (FIESTA!!!) geht. Das Huevo ist eine ziemlich große Disco, mit fünft Etagen (wenn ich richtig gezählt habe). Die Musik ist laut, die Bierflaschen groß und die Leute sind gut drauf. Im Allgemeinen sind die Chilenen schon ein recht feierfreudiges Völkchen :-)
So, jetzt fällt mir nichts mehr ein. Meine Glückwünsche an alle, die diesen Eintrag bis zum Ende gelesen haben!
Bis zum nächsten Eintrag wünsche ich meinen geneigten Lesern alles Gute!